Massageliegen

Zusammenklappbare Behandlungsliegen werden seit den 1920er Jahren in den USA gefertigt.
Die erste uns bekannte Liege war die „ARNOLD-CHAMPION.

Mitte der 1950er Jahre begann Herr Georg Niedermeier, Inhaber der Firma Hastrag diesen Massagetisch unter dem Namen „MASSUNDA in München zu produzieren.Im Lauf der nächsten dreißig Jahre kamen einige Firmen mit abgewandelten Modellen der Behandlungsliege auf den Markt.

War die erste Massageliege noch eine Konstruktion aus Eisen mit Holzbeinen, boten bald Konkurrenzunternehmen Massagebänke aus Aluminium an.

Der nächste Entwicklungsschritt, das Anbringen eines abnehmbaren Kopfteils ließ nicht lange auf sich warten und seit ca. zwanzig Standard bei den handelsüblichen Koffermassageliegen.

Der vorläufige Höhepunkt der Entwicklung, die Einführung des Zentralkabels brachte weiteren Komfort für den Therapeuten. Das Dreiecksdesign dieser neuartigen Behandlungsliege vereint optimale Statik und vermittelt den Eindruck graziler Leichtigkeit. Bekannt wurden diese Liegen unter dem Namen MONTANA Liegen. Der kleine aber nicht zu unterschätzende Vorteil dieser Liege ist die absolute Beinfreiheit, die der Therapeut bei der Arbeit von der Seite genießt, auch und vor allem bei der Arbeit im Sitzen.

Die nächste Neuerung, von der zu berichten ist, betrifft allerdings nicht den klappbaren Massagetisch als solches, sondern ihre Anwendungsgebiete:

Stellte die zusammenklappbare Behandlungsliege in den ersten Jahrzehnten ihres Bestehens ein reines Möbel für Massage- und Krankengymnastikpraxen dar, fanden gegen Ende der 1980er Jahre zunehmend andere Berufsgruppen, die es bis dahin einfach noch nicht gab, und wenn, dann nur sehr vereinzelt, Gefallen an der faltbaren Massagebank.

Und diese neuen Berufe, Heilpraktiker, Kinesiologen, Reikilehrer, alternative Heiler jeglicher Provenienz sind es heute, die das meiste zur Verbreitung dieses Therapiemöbels beitragen. Viele der o.g., wenn nicht die Mehrzahl der Anwender, arbeiten nebenberuflich, so dass sich die Anschaffung einer stationären Behandlungsliege in der Rege für sie nicht lohnt. Meist wird einfach das eigene Wohnzimmer für die Zeit der therapeutischen Arbeit zum Behandlungsraum umfunktioniert.

Dazu genügt ein Tisch für die Utensilien, vielleicht noch ein Paravent zur optischen Abtrennung des Raums, beruhigende Musik, eventuell eine stimmungsvolle Beleuchtung, ein angenehmer Duft. Kleine Dinge, die Therapeut und Klient für die Zeit der Sitzung in einen Zustand optimaler Entspannung bringen sollen. Aber wohin mit dem Klienten?

Auf die Couch? Zu unbequem für den Behandelnden. In das eigene Bett? Unmöglich. Auf den Boden? Bei einigen Anwendungen durchaus möglich.

Was bleibt ist ein klappbarer Behandlungstisch, möglichst mit einem höhenverstellbaren Kopfteil, die Liegefläche in ausreichender Breite und die Liege insgesamt in der Höhe verstellbar.

Was für den Maler die Staffelei, für den Schreiner die Werkbank, für den Tapezierer der Tapeziertisch, für den Arzt die Untersuchungsliege, ist die klappbare Massageliege die ideale und unentbehrliche Arbeitsunterlage für die Heiler, die ihre Patienten besuchen oder die im nebenberuflich arbeiten.

Ein weiterer großer Beitrag zur großen Verbreitung der medizinischen Klappliegen stellt natürlich die Globalisierung dar.

Von den einen verteufelt, von den anderen (den Kunden) begeistert gefeiert, sorgt sie dafür, dass heute fast alle Liegen in Fernost gefertigt werden und dann zu einem Preis, der bis vor nicht allzu langer Zeit undenkbar gewesen wäre, über das Internet verkauft werden.

Ließ die Qualität zu Anfang noch sehr zu wünschen übrig, sind heutige Liegen, produziert in Asien nicht mehr von Massageliegen aus heimischer Fertigung zu unterscheiden.